Dennis Mojen gewinnt New Faces Award

Im ersten Franken-Tatort spielte Dennis Mojen den Babysitter „Tommy“ nicht nur für die Zuschauer besonders überzeugend – sondern auch für die Jury des New Faces Award 2015.

Producerin Yella Yarí Fenner, Dennis Mojen und BR-Redakteurin Stephanie Heckner (v.l.)

Producerin Yella Yarí Fenner, Dennis Mojen und BR-Redakteurin Stephanie Heckner (v.l.)

Seit 1998 wird der Preis jährlich an die vielversprechendsten Nachwuchsstars im deutschen Film vergeben. Hinter dem Preis steckt die Zeitschrift „Bunte“. Heute Abend wurde der New Faces Award im Berliner ewerk verliehen – und wir freuen uns nun riesig mit Dennis! Strahlend präsentierte er die Trophäe und verschwand dann erstmal minutenlang im Blitzlichtgewitter der Fotografen vor Ort.

Dennis Mojen mit seinem New Faces Award

Dennis Mojen mit seinem New Faces Award

Die Nominierten in der Kategorie „Bester Debütfilm“ waren „Hirngespinster“ von Christian Bach, „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“ von Isabell Suba  und „Wolfskinder“ von Rick Ostermann. Letzterer gewann die Trophäe dann auch.

Als beste NachwuchsschauspielerInnen waren Mala EmdeAnna Lena KlenkeVictoria SchulzYasin El HarroukDennis Mojen und Merlin Rose nominiert. Bei den Mädels gewann Victoria Schulz, sie war allerdings nicht persönlich anwesend bei der Preisverleihung, weil sie am Tag zuvor Mutter geworden war.

Besonders schön für den BR: Drei von ihnen waren für ihre Rollen in BR-Tatorten nominiert. Dennis Mojen (für seine Rolle als „Tommy“ im Franken-Tatort „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“), Anna-Lena Klenke (für ihre Rolle als „Hannah“ im „Tatort: Das verkaufte Lächeln“) und Yassin el Harrouk (für seine Rolle als „Nasir“ im „Tatort: Der Wüstensohn“).

So sieht er aus, der New Faces Award von Dennis Mojen!

So sieht er aus, der New Faces Award von Dennis Mojen!

In der Jury saßen Patricia Riekel, Chefredakteurin von BUNTE und Vorsitzende der Jury, Nico Hofmann, Produzent und Vorsitzender der Geschäftsführung UFA Fiction, Alfred Holighaus, Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie e.V., Til Schweiger, Schauspieler, Regisseur und Gründer der Barefoot Films GmbH, Georg Seitz, Ressortleiter Medien bei BUNTE sowie den beiden Schauspielern Josefine Preuß und Armin Rohde.

 

Dennis Mojen – der „Tommy“ im Franken-Tatort

Dennis Mojen wird ein ganz Großer – das ist jetzt mal unsere selbstsichere Prognose. Im ersten Franken-Tatort spielte er eine tragende Rolle, den Babysitter Tommy. Auf dem Roten Teppich in Nürnberg und im Interview wirkt er spontan, selbstsicher und sympathisch – wie ein alter Hase. Dabei ist er erst 21. Der gebürtige Hamburger lebt derzeit in Berlin-Neukölln.

Dennis Mojen im Interview / Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Dennis Mojen im Interview bei der Premiere / Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Dennis, was steht auf Deiner Visitenkarte? Steht da „Schauspieler“ oder „Student, der nebenher schauspielert?“

Also wenn ich eine Visitenkarte hätte, dann stünde da sehr wohl Schauspieler drauf. Ich habe momentan das Glück, viele Rollen spielen zu dürfen. Das ist mein Beruf.

Was drehst Du momentan?

Über Vieles kann ich noch nicht sprechen, da ändert sich ja immer noch so viel, aber konkret kommt im Herbst ein Spielfilm mit Iris Berben ins ZDF, der Arbeitstitel lautet „Die Deutschlehrerin“. Da geht es um ein türkisches Mädchen, das neu in eine Klasse kommt. Da darf ich einen charmanten jungen Schüler spielen…

Und wenn Du nicht drehst?

Dann ist es sehr entspannt, ich mache viel an meiner Wohnung, spiele wahnsinnig gerne Fußball und momentan bin ich auch oft im Fitness-Center. Das mag ich zwar nicht, aber ich möchte trainiert sein.

Für die nächsten Nacktszenen?

Naja, eine Set-Aufnahmeleiterin meinte mal, ich solle den Bauch einziehen. Das muss mit 21 wirklich nicht sein… (lacht).

Dennis Mojen bei der Party nach der Preview / Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Dennis Mojen bei der Party nach der Preview / Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Wir sind natürlich alle neugierig: Wie war sie denn nun, die Bettszene mit Ulrike C. Tscharre?

Ich war wahnsinnig aufgeregt davor. Meine erste Liebesszene und dann gleich komplett nackt… Aber ich hatte zum Glück eine sehr gut aussehende und routinierte Partnerin, die mir schnell die Aufregung genommen hat. Und auch alle anderen Ängste wurden eigentlich im Keim erstickt, weil es am Set so professionell zuging.

Und jetzt haben 12,11 Millionen Menschen Deinen Po gesehen.

Ja! Ich habe diesen Beruf, da gehört das dazu.

Wie kamst Du zum Beruf des Schauspielers?

Ich bin mit 12 oder 13 zu einer Agentin gegangen und habe gesagt, dass ich das jetzt will und sie soll sich mal drum kümmern. Sie ist heute noch meine Agentin.

Und was haben Deine Eltern dazu gesagt?

Sie haben mich auf ihre Weise immer unterstützt. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern auch in der Filmbranche arbeiten, allerdings hinter der Kamera. Und meine Oma war auch Schauspielerin. Also liegt’s vielleicht in den Genen.

Aber Du hast keine Schauspielschule besucht?

Nein. Ich habe mal einen Workshop in LA gemacht, auch mal einen in Hamburg, aber den habe ich geschmissen. Damals hatte ich ein Problem mit Autoritäten, glaube ich…

Franken-Tatort

Dennis Mojen als „Tommy“ im Franken-Tatort

Den Tommy hast Du extrem glaubwürdig gespielt… Ist das die Art von Rolle, für die Du derzeit gecastet wirst? Der verwirrte und verliebte junge Erwachsene und Liebhaber?

Als ich anfing, war ich immer der Junge, den alle für böse halten, der aber am Ende immer nur ein falsch verstandener Jugendlicher ist. Irgendwann habe ich solche Rollen dann konsequent abgelehnt. Momentan fühle ich mich nicht so, als wäre ich in einer Schublade – ich konnte schon viele Facetten zeigen.

Welche Erinnerungen hast Du an den Dreh zum Franken-Tatort?

Einige! Zunächst mal war ich sehr froh, dass ich nicht gleich gefeuert wurde. Beim Casting hatte ich nämlich eher längere Haare, und dann habe ich kurz vor dem Dreh amateurhaft beschlossen, zum Friseur zu gehen und kam dann mit ratzekurzen Haaren ans Set. Da war Regisseur Max Färberböck kurz vor dem Herzinfarkt… Und ich erinnere mich sehr gerne an den Showdown.

Was für ein Typ ist Max Färberböck am Set?

Er ist sehr perfektionistisch, und das ist toll. Er will aus den Schauspielern das Beste herausholen. Allein für den Showdown haben wir, glaube ich, fast einen ganzen Drehtag gebraucht. Und das war gut so! Am Ende konnte ich wirklich zu mir selbst sagen: „Das hast Du gut gemacht!“

War es dann schwierig für Dich, dass nirgends Dein Name auftauchte? Nicht in den Besetzungslisten, nicht im Internet, nicht in der Presse?

Nein, das war abgesprochen. Wir wollten, dass der WOW-Effekt am Ende noch größer ist. Und das hat ja auch geklappt.

Dennis Mojen auf dem Roten Teppich. Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Dennis Mojen auf dem Roten Teppich. Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger

Am Sonntag bei der Premiere in Nürnberg bist Du sehr adrett gekleidet und sehr routiniert über den Roten Teppich geschlendert – so sah es zumindest aus. Wie sah es in Dir drin aus?

Alles andere als routiniert! Ich war innerlich sowas von aufgeregt… Aber ich habe mir bei anderen Schauspielern abgeguckt, wie die das machen.

Im Internet wurdest Du mit Lob überschüttet, Du hast jetzt eine Menge weiblicher Fans. Wie fühlt sich das an?

Großartig! Ich explodiere gerade regelrecht vor Freude und Stolz. Das fühlt sich gut an!

Eine Frage, die immer wieder im Netz gestellt wurde, müssen wir Dir noch weiterreichen: Bist Du mit Manuel Neuer verwandt?

(lacht) Ich bin blond, ich habe blaue Augen – klar! Hin und wieder stehe ich für den FC Bayern im Tor und manchmal vor der Kamera, ich mache das einfach bBeides sehr, sehr gut. Im Ernst: Nein, ich bin nicht mit Manuel Neuer verwandt. Aber ich spiele gerne Fußball.