Als Kleindarsteller beim Franken-Tatort: Am Set gab es sogar eine Waschmaschine

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt / Foto: BR

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt sind Nürnberger Urgesteine. Im zweiten Franken-Tatort spielen sie das Rentner-Ehepaar Gertie und Frank.

„Ich fahre gerne große Autos!“ sagt Jürgen Berndt. Ein Wohnmobil? Kein Problem für den Kleindarsteller, der im zweiten Franken-Tatort einen Rentner spielen durfte, der mit seiner Frau in den Urlaub fährt. Schließlich ist er früher, als die Kinder noch klein waren, mit dem VW-Bus zum Campen gefahren. Aber dann kam doch alles ganz anders als gedacht. Neben ihm im Wohnmobil seine „Ehefrau“ im Film, Uschi Kirsch. Dahinter zwei weitere Schauspieler. Und im Bauch des Wohnmobils der Regisseur Andreas Senn, das komplette Kamera-Team mit Ton-Mann und Assistenten. „Ich habe in den Rückspiegel geschaut und nur noch Köpfe gesehen“, sagt Jürgen Berndt lachend.

Nervös wurde er dabei nicht – die Aufregung war eher an den beiden Tagen vor dem Dreh zu spüren, erzählt er. Trotz einiger Erfahrung vor der Kamera. Berndt war unter anderem bereits in einem „Polizeiruf 110“ Komparse und in einem Vilsmeier-Film. „Aber diesmal war alles anders,“ so Berndt. „Total erstaunt“ sei er von der Perfektion, Ordnung und Sauberkeit am Set gewesen. Schon im Basislager sei ihm der Garderobenwagen aufgefallen – mit Waschmaschine!

Dreharbeiten in der Gluthitze eines Rastplatzes

Auch seine Film-Partnerin Uschi Kirsch, die auch schon kleinere Dreherfahrungen hat, erinnert sich gerne an den Drehtag. „Ich kam normal geschminkt zum Set, und die Dame von der Maske sagte, ich solle einfach so bleiben“, wundert sie sich. Kein aufwändiges Film-Make-Up, sondern Natürlichkeit war gefragt.

Los ging es mit Außenaufnahmen, sie vesperten auf einem Rastplatz. Später wurde dann im Wohnmobil gedreht. „Es war so heiß an diesem Tag! Wir waren total verschwitzt.“ Jürgen Berndt genoss den Service am Set: „In den Drehpausen kamen Mitarbeiterinnen und hielten Regenschirme über uns, damit wir Schatten hatten. Und wir konnten dann auch irgendwann in ein Fahrzeug flüchten, dessen Klimaanlage eingeschaltet war.“

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt / Foto: BRErstaunt war Uschi Kirsch über den großen Aufwand, der für die Dreharbeiten betrieben wurde. Und über die Freundlichkeit aller Beteiligten, insbesondere über die Freundlichkeit und Souveränität von Regisseur Andreas Senn.“ Man konnte außerdem seine Meinung äußern und Andreas hörte wirklich zu, sogar uns Kleindarstellern!“ sagt Uschi Kirsch. Senn war auch beim Casting schon dabei gewesen und hatte die Szene mit seinen Darstellern in Ruhe erarbeitet. „Es gibt Regisseure, die schimpfen die ganze Zeit. Senn überhaupt nicht. Er war lässig, cool und immer freundlich; wir sollten ihn auch sofort duzen“, sagt Jürgen Berndt.

Vom Seniorentheater zum Tatort-Dreh

Der Kontakt mit der Produktion des Franken-Tatorts kam über das Seniorentheater TEMPO 100 zustande, bei dem Uschi Kirsch als Schauspielerin tätig ist und – als gebürtige Nürnbergerin – für das Casting vorgeschlagen wurde. TEMPO 100 ist dem Staatstheater Nürnberg angegliedert: die Vorstellungen der Stücke finden in den Kammerspielen statt.

Kirsch und Berndt (im Film übrigens Gertie und Frank) kennen sich aus der Statisterie des Staatstheaters. Jetzt sind sie gespannt, was aus ihren Szenen im Schneideraum wird. „Das weiß man ja nie!“ sagt Jürgen Berndt. Aber die Erfahrungen, die sie beim Dreh machen konnten, die können nicht rausgeschnitten werden, die bleiben.

Während Uschi Kirsch die Ausstrahlung gelassen nimmt, wird es bei Jürgen Berndt wahrscheinlich eine Party geben: „Die Nachbarn haben es schon mitbekommen“, meint er lachend. Er ist eifriger Tatort-Gucker, vor allem das Münsteraner Team mag er. Aber auch den ersten Franken-Tatort fand er super – von den sorgsam ausgearbeiteten Charakteren bis zur wirkungsvoll eingesetzten Filmmusik.