Heute geht’s los – in Nürnberg wird gedreht!

Manchmal kommt das Christkind schon im August. Zumindest für die Beteiligten am ersten Franken-Tatort. Denn heute beginnen nun endlich die langersehnten Dreharbeiten zum ersten Fall „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“. Gedreht wird in Nürnberg und Erlangen, und wir freuen uns, Euch an dieser Stelle einige Neuigkeiten verraten zu dürfen.

Foto: Julia Müller

Regisseur und Drehbuchautor Max Färberböck (2.v.l.) mit seinen Ermittlern: Fabian Hinrichs, Dagmar Manzel und Eli Wasserscheid / Foto: Julia Müller

„Vor knapp zwei Jahren, im Oktober 2012, hatten wir in Nürnberg angekündigt, dass wir einen Franken-Tatort entwickeln werden – nun beginnen die Dreharbeiten. ‚Der Himmel ist ein Platz auf Erden‘ verspricht einen Krimi mit hohen Emotionen und starker Spannung – einen ersten Franken-Tatort, der sowohl in der Region als auch bundesweit überzeugen kann. Das Interesse ist überwältigend, für das Komparsen-Casting gingen über 2.000 Bewerbungen ein, von denen nun 250 ausgesucht wurden. Ich freue mich sehr, dass es jetzt losgeht und bin gespannt auf den Neuzugang in der Tatort-Familie. Und es geht weiter: Parallel wird der zweite Franken-Tatort als Drehbuch schon entwickelt. Er soll 2015 produziert werden und dann unter anderem auch in Würzburg spielen. Für den anstehenden Drehbeginn wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg.“
Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks

Die Dreharbeiten begannen heute in aller Frühe bei Sturzregen – aber auch auf solche Dinge ist ein Filmteam natürlich eingestellt. Hier einige Impressionen vom Set:

Gestern trafen sich die Beteiligten schonmal, um sich auf den Dreh einzustimmen – und um für gemeinsame Fotos zur Verfügung zu stehen:

Ihr wollt doch sicher wissen, worum es denn nun in diesem ersten Franken-Tatort gehen wird, oder? Viele von Euch haben ja schon geraten oder selber wilde Mordkomplotte in die Kommentare geschrieben – aber was zählt ist natürlich nur das, was sich Regisseur und Drehbuchautor Max Färberböck und seine Ko-Autorin Catharina Schuchmann in den vergangenen Wochen und Monaten ausgedacht haben:

Angesehener Professor wird beim Liebesspiel getötet
Was die Franzosen „Petite Mort“ nennen, endet in einem Waldstück bei Nürnberg tatsächlich tödlich. Christian Ranstedt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, Professor an der Universität Erlangen und angesehener Bürger der Stadt Nürnberg, wurde beim Liebesspiel in seinem Auto durch zwei Kopfschüsse aus nächster Nähe getötet. Als die Polizei eintrifft, stehen beide Wagentüren offen. Der Fahrersitz mit dem toten Ranstedt ist weit zurückgeschoben. Die Person, die mit ihm im Auto war, ist verschwunden. Ihre Spuren enden an einer kleinen Landstraße. Nichts deutet auf ihre Identität hin. Ranstedts Ehefrau Julia glaubte ihren Mann an der Universität. Für sie und ihre beiden Kinder bricht schlagartig eine Welt zusammen, die unzerstörbar schien. Warum wurde Christian Ranstedt ermordet? Warum in einem so pikanten Moment? Und wieso blieb – wer immer mit ihm im Auto war – am Leben?

Foto: BR/Julia Müller

Foto: Julia Müller

Der erste Franken-Tatort „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“ spielt in Mittelfranken. Die Hauptkommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs, Foto links) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel, Foto Mitte) werden bei ihren Ermittlungen in Nürnberg und Erlangen von den beiden Kommissaren Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) und Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid, Foto rechts) unterstützt. Voss und Ringelhahn teilen sich die Leitung der Mordkommission, die überregional in ganz Franken ermittelt. Organisatorisch sind sie dem Polizeipräsidenten von Mittelfranken, Dr. Kaiser (Stefan Merki), unterstellt. Leiter der Spurensicherung ist Michael Schatz (Matthias Egersdörfer). Je nach Fall ist entweder die Rechtsmedizin in Erlangen oder in Würzburg zuständig. Die zuständige Staatsanwaltschaft sitzt in Nürnberg.

„Dass wir den Regisseur Max Färberböck mit seiner Ko-Autorin Catharina Schuchmann fürs erste Drehbuch des neuen Franken-Tatort gewinnen konnten, ist ein großes Glück. Denn kaum einer verbindet im Schreiben und Inszenieren ein so feines Gespür für Figuren, ihre Lebenswelten und die Verbindung von Spannung, Poesie und Humor wie er. Seine sehr persönliche Weise, in Charaktere und zumeist hochambivalente Stoffe einzudringen, seine Wärme für Figuren und die ungewöhnlich lebendige Art, sie zu erzählen, machen ihn zu einem außergewöhnlichen Schauspielregisseur und Geschichtenerzähler. Seine Drehbücher, die er selbst als ‚Schauspielvorlagen‘ bezeichnet, sind immer überraschend, konfrontativ und von einer tiefen Nähe zum Menschen geprägt. Sie schrecken weder vor Härte noch vor großen Liebesthemen zurück.“ Stephanie Heckner, Redaktionsleitung

Gegen Mittag übrigens, als die Kommissare ihre ersten Szenen zu drehen hatten, klarte der Himmel über Nürnberg plötzlich auf und der Regen hörte auf…

Foto: BR/Stephanie Heckner

Foto: BR/Stephanie Heckner

 

Noch mehr Infos zum ersten Franken-Tatort gibt es hier.

 

Euer Plädoyer für (und gegen): Nürnberg

Solange der Drehort des neuen Franken-Tatort noch nicht bekannt ist, wollen wir mit Euch zusammen die Region mal genauer unter die Lupe nehmen: Wo gibt es besonders schöne oder interessante Fleckchen? Was spricht gegen eine bestimmte Stadt? Wir fangen an mit Nürnberg und Fürth, und das hattet Ihr dazu zu sagen:

Kaiserburg Nürnberg | Foto: Uwe Niklas / www.uwe-niklas.comThomas: „Weil es dort tolle Kulissen wie die Burg oder die Lochgefängnisse oder den alten jüdischen Friedhof gibt.“ Melanie ist ebenfalls dafür: „Ich fände die Felsengänge oder Lochgefängnisse gut!“ Und noch eine dritte Stimme für die Lochgefängnisse kommt von Philipp. Also fangen wir genau damit an.

Die Nürnberger Burg ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie setzt sich zusammen aus Kaiserburg und Burggrafenburg. Zu den ältesten noch erhaltenen Teilen der Burg gehört die Doppelkapelle, die um 1200 errichtet wurde. Es wurden aber Grundmauern gefunden, die noch gut 200 Jahre älter sind. Martin hätte gerne einen „Leichenfund im tiefen Brunnen„, und der befindet sich auch hier auf der Burg. Er ist über 50 Meter tief und wahrscheinlich so alt wie die Burg selbst.

(c) Museen der Stadt NürnbergDie Lochgefängnisse befinden sich im Keller des alten Rathauses. Hier warteten Häftlinge im Mittelalter auf ihr Urteil und dessen Vollstreckung. Sie harrten in der Dunkelheit aus, in winzigen Zellen angebunden. Für ihre Versorgung mussten sie selber sorgen – der Lochwirt brachte das Essen. Auch eine Folterkammer gibt es hier unten.

Die Felsengänge sind ein Labyrinth unter der Stadt, in den Sandstein gehauen vor mehreren hundert Jahren. 1380 wurden sie erstmals erwähnt. Dort unten reift unter anderem das traditionelle Rotbier. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurden von 1864 bis 1922 Menschen bestattet. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Weiter zu den Tipps unserer Leser. Franz schreibt: „Die Fürther Altstadt und die Südstadt mit den klassischen Fassaden. Der Nürnberger Hafen, der gigantische Rangierbahnhof, die Hinterlassenschaften von AEG, Quelle und Co. oder das ländliche Knoblauchsland mit Bauernhöfen nördlich der City ist einzigartig. Die Kneipenszene und das Rotlichtmilieu in Nürnberg ist einmalig und verrucht.“

Im Nürnberger Hafen werden pro Jahr über 15 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Der Hafen liegt am Main-Donau-Kanal und verbindet die Stadt somit mit den internationalen Wasserstraßen. Der Rangierbahnhof wurde 1903 eröffnet. Das Knoblauchsland liegt zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen – traditionell geht’s hier seit vielen Jahrhunderten um die kleine Knolle.

Joe: „Nürnberg, das nicht zuletzt den Dreh in U-Bahnen, einem anständigen Binnenhafen, einem würdigen Messegelände oder dem Flughafen erlaubt. Dazu zwei bekannte Fussballvereine für einen Mord beim Derby und auch eine Eishockeyleiche wäre drin.“

dutzendteich4_300dpiJohannes: „Mit Nürnberg könnte man auch viele gesellschaftliche Themen durchleuchten. Ausländerproblematik, Homosexualität, Großstadtproblematik. Außerdem mit U-Bahn, Burg, Flughafen, Frankenstadion bzw. Dutzendteichgelände.“

Das Dutzendteichgelände wurde im 14. Jahrhundert errichtet, indem man mehrere Bäche zu kleinen Seen aufstaute. Es war schnell ein beliebtes Ausflugsziel. 1906 wurde hier die bayerische Landesausstellung aufgebaut – und dann bauten die Nationalsozialisten hier ihr Reichsparteitagsgelände.

Maria: „In der guten Tradition des Tatorts bietet die Großstadt interessante Schauplätze, wie alte Gemäuer, Nazirelikte, unterirdische Gefängnisse, Großstadtmoloch, Krankenhäuser, Planetarium etc. Da gehen den Drehbuchautoren nicht schon nach vier Folgen die Ideen aus.“

Thomas: „Die Vielfalt an typischen Schauplätzen ist gewaltig, beginnend in der historischen Altstadt über das Reichsparteitagsgelände zur mordernen, großstädisch geprägten Industriekultur ist alles vorhanden.“

Blick über den Hauptmarkt 40 Minuten vor dem Prolog / Foto: Stadt Nürnberg / Birgit FuderCharlotte sagt: „Pro Nürnberg: Altstadt, Randbezirke wie Langwasser und alte Nazi-Bauten, die ebenfalls gut als Kulisse dienen können. Viel Geschichte und viel Tradition. Was spricht dagegen: Nürnberg ist kaum mehr Franken, viele ‚Zugreiste‘, viele Touristen. Aber vielleicht kann man gerade das gut im Tatort verarbeiten. Ich sag nur ‚Mord auf’m Christkindlmarkt‚.“

Tja, der gute alte Christkindlesmarkt. Er ist einer der ältesten in ganz Deutschland, bis ins 16. Jahrhundert reicht die Geschichte zurück.

Und schon sind wir bei den Contrastimmen. Michael will nicht, dass sich so viel auf Nürnberg konzentriert. Er schreibt: „Franken besteht auch aus anderen Städten, und der BR soll sich auch mal trauen, einen ländlichen Tatort zu drehen.“ Auch Frankenpilz ist dafür: „Bitte nicht schon wieder eine Grosstadt und nicht schon wieder ein nach Franken versetzter fremder Psycho-Kommissar.“ Ähnliche Ansichten hat Philipp: Nürnberg sei „zu urban, deswegen nicht unterscheidbar vom Rest der deutschen Städte.“ Auch Susi ist gegen Nürnberg: „Die Mittelfranken sind als Franken in Bayern schon überrepräsentiert. Die Menschen meinen die Franken sprechen alle wie ‚Närmbärcher.'“

Was meint Ihr? Was spricht für oder gegen Nürnberg? Schreibt in die Kommentarfunktion, wir freuen uns auf Eure Meinungen.

 

Markus Söder und der coole Kommissar

Wir haben ihn uns bis zum Schluss aufgehoben: Markus Söder (CSU), Bayerischer Staatsminister der Finanzen, darf natürlich auch in unserer Umfrage nicht fehlen. Immerhin ist er gebürtiger Nürnberger – und wünscht sich daher auch einen Nürnberger Tatort. Auch was den Kommissar angeht hat er schon genaue Vorstellungen: