Die zwei Leben des Andreas Leopold Schadt

Andreas Leopold Schadt spielt im Franken-Tatort den Kommissar Fleischer. Aber eigentlich hatte der Hofer ganz andere Pläne, als im Fernsehen zu ermitteln. Jetzt durfte er sich auch in Hof verewigen im Rahmen des Friedensprojektes „Signs of Fame“ – neben Namen wie Dalai Lama und Arnold Schwarzenegger…

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Andreas verewigt seine Hände in Hof

Na, gestresst?
Schon ein wenig. Der Franken-Tatort schlägt hohe Wellen, ich habe viele Interview-Anfragen und solche Dinge, und dann kommt auch noch im März meine Prüfung…

Was für eine Prüfung?
Ich mache gerade eine Ausbildung zum psychotherapeutischen Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Drama– und Theatertherapie. Die Prüfung beim Amtsarzt ist jetzt die letzte und auch schwerste Prüfung.

Wieso machst Du als Schauspieler diese Ausbildung?
Ich habe über zehn Jahre lang Theater gespielt und hin und wieder in einem Film oder in Fernsehrollen mitgewirkt. Da kann man sich finanziell kaum über Wasser halten. Und man muss sich ständig anbiedern, um neue Rollen zu bekommen – das möchte ich nicht mehr. Und dann diese fadenscheinigen Absagen…

Das klingt nach Frust.
Naja, ich will mir ein zweites Standbein schaffen. Aktuell bin ich parallel in einer soziotherapeutischen Einrichtung für Alkoholkranke tätig und will auch weiterhin mit diesen Menschen basierend auf Theater– und Filmelementen arbeiten.

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In bester Gesellschaft: Irgendwo zwischen Toni Marshall und Katja Riemann…

Und dann kam der Anruf aus Hollywood. Na, fast. Immerhin der Anruf von Max Färberböck, einem preisgekrönten Regisseur.
Und das obwohl ich keine große Dreherfahrung hatte. Das wusste er aber. Ich hatte fünf Drehtage für den ersten Franken-Tatort, und seither ist ganz schöner Rummel. Das ist ungewohnt – ich hatte vorher nie die Möglichkeit, mich zu präsentieren. Ich denke mir dann oft: Ich hab so viel gemacht und da hat kein Hahn danach gekräht. Und jetzt diese fünf Drehtage, der Film ist noch nichtmal ausgestrahlt, und dann das… Das ist schön – aber auch seltsam.

Wie geht es jetzt weiter?
Na erstmal bestehe ich die Prüfung. Dann hoffe ich, dass die Fernsehausstrahlung gut ankommt. Und dann habe ich natürlich den Wunsch, mein Leben durch den Film und das Fernsehen zu finanzieren. Es gibt schon ein paar Ideen und Angebote, mal sehen was daraus wird.

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Geschafft! Neben Weltstars ist jetzt auch ein Hofer in den „Signs of Fame“

Was siehst Du denn selber gerne im Fernsehen?
Also früher habe ich nur Serien geschaut, meistens im Original. Sowas wie „Breaking Bad“, „Sons of Anarchy“, „Two and a half Men“ oder „Game of Thrones“. Mittlerweile schaue ich auch viele Krimis und den Tatort, aber auch die „Verbotene Liebe“. Die Serien von Franz Xaver Bogner mag ich sehr – letztens habe ich mich totgelacht über eine Folge von „München 7“. Vielleicht wird es Zeit, dass da auch mal ein Franke ermittelt.

Hast Du keine Angst, in dieser Franken-Schublade festzustecken?
Nein. Ich kann ja auch Hochdeutsch!