Sonja Tille: die Frau, um die sich alles dreht

Sonja Tille (Rolle: Andrea Schwinn). (c) BR/Julia MüllerOhne die Nürnbergerin Sonja Tille gäbe es keinen Franken-Tatort Nr. 2. Das kann man überspitzt ruhig so sagen – denn Sonja Tille spielt eine Leiche, um die sich im zweiten Fall so einiges dreht. Wir haben mit der Nürnberger Vergolderin und Restauratorin über diese spannende Erfahrung gesprochen.

Da bewirbt man sich arglos auf eine Statistenrolle beim Franken-Tatort, und schon muss man eine Pressekonferenz geben!
Ja, das war wirklich irre. Es war eine Pressekonferenz mit allen Schauspielern und dem Regisseur, mit der Redaktion und Produktion. Und dann ging die erste Frage gleich an mich! Wie es mir denn so ging als Leiche und ob ich denn schon mal eine Leiche war… Da war ich wirklich überrumpelt! Ich dachte, die Journalisten fragen erstmal den Regisseur oder die Hauptdarsteller.

Das greifen wir natĂĽrlich auf: Wie war es denn so als Leiche?
Anstrengend! Erst war ich eine Stunde in der Maske, bis ich tot genug aussah. Dann musste ich eigentlich einen ganzen Tag lang liegen. Insgesamt hatte ich drei Drehtage, weil man mich ja auch noch lebendig im Franken-Tatort sehen wird. Eigens für die Szene der „Lebendigkeit“ habe ich mit einem Stuntman geprobt. Aber das Team hat es mir so angenehm wie möglich gemacht, die waren sehr nett und aufmerksam zu mir. Es war wirklich auffällig, dass alle trotz des großen Zeitdrucks so freundlich waren.

(c) BR/Julia MĂĽller

Von links: Benjamin Griebl (Rolle: Rechtsmediziner Lutz Kranich), Matthias Egersdörfer (Leiter der Spurensicherung Michael Schatz), Eli Wasserscheid (Kommissarin Wanda Goldwasser), Barbara Prakopenka (Steffi Schwinn), Fabian Hinrichs (Hauptkommissar Felix Voss), Dagmar Manzel (Hauptkommissarin Paula Ringelhahn), Andreas Leopold Schadt (Kommissar Sebastian Fleischer) und Sonja Tille (Andrea Schwinn).

Wie wird man denn Tatort-Leiche?
Ich hatte mich schon für den ersten Franken-Tatort als Statistin beworben, wurde aber nicht genommen. Und jetzt beim zweiten Mal war ich in der Kartei der Casting-Agentur, die dieses Mal zuständig war – das Team suchte eine pfiffige, aufgeschlossene Wirtin. Zu dieser Rolle habe ich gepasst.

Sie spielen die Wirtin eines heruntergekommenen Gasthauses. Gedreht wurde in Rockenbrunn – und das Gasthaus gibt es wirklich.
Ja, aber es ist in der Wirklichkeit viel schöner! Für die Dreharbeiten wurde es extra so hergerichtet, dass es runtergewirtschaftet aussah. Ich war letztens dort und wollte ein Schäufele essen – aber genau an dem Tag hatte das Gasthaus zu. Pech gehabt.

Was machen Sie denn im richtigen Leben?
Ich bin Vergolderin und Restauratorin. Ich restauriere alte Rahmen von Bildern oder Spiegeln, aber es sind auch ausgefallene Sachen dabei. Eine Römerrüstung vergolden zum Beispiel. Oder einen Rennfahrerschuh als Trophäe. Ich gehe auch gerne auf Flohmärkte und suche dort ausgefallene Dinge, die ich dann restauriere. Biedermeier-Schmuckkästchen oder Stühle zum Beispiel.

Sonja Tille im Steampunk-Outfit / (c) KostĂĽmverleih Richter & Gullmann GbR

Sonja Tille im Steampunk-Outfit / (c) KostĂĽmverleih Richter & Gullmann GbR

Das klingt nach einer sehr konzentrierten, ruhigen Arbeit.
Stimmt. Und der Ausgleich ist dann eben, mit Freunden etwas zu unternehmen, zu reisen, mich als Statistin zu bewerben oder als Model. Letztens war ich bei einem viktorianischen Steampunk-Dinner als Gast – Thema „Alarm im Maschinenraum“, und da haben wir uns alle verkleidet. Das war ein großartiges Bild!

Wie werden Sie den Tag der Ausstrahlung verbringen? Schauen Sie allein oder mit Freunden?
Auf alle Fälle mit vielen Freunden. Die sind schon alle sehr gespannt und so aufgeregt wie ich. Ein gemeinsames „friends viewing“ – wir sind noch am Ăśberlegen fĂĽr einen geeigneten Ort.

(c) BR/Julia MĂĽller

Von links: Benjamin Griebl, Andreas Leopold Schadt, Sonja Tille, Matthias Egersdörfer und Eli Wasserscheid.

 

Franken, zeigt Euch der Welt!

Der Countdown läuft – das seht Ihr hier in der rechten Spalte. Und während wir in Bayern (und vor allem in Franken) längst wissen, was am 12. April 2015 im Fernsehen kommt, weiĂź es der Rest der Republik noch nicht. Zeit wird’s! Lasst uns dem Rest von Deutschland zeigen, wie die Franken ticken! Wir schicken ab sofort fränkische SprĂĽche raus in die Welt, eingesammelt bei Kollegen des Studio Franken, und hoffen, dass sich diese bis ins tiefste Norddeutschland verbreiten. Helft Ihr uns? Hier unten stehen kunterbunte Buttons, mit denen Ihr die SprĂĽche nach Herzenslust hinausposaunen könnt in die Welt. Und vor allem: Habt Ihr noch mehr SprĂĽche fĂĽr uns? Schreibt gerne in die Kommentarfunktion oder kontaktiert und bei Facebook/Twitter/Google+ oder schreibt uns an frankentatort@br.de.

Hier ist Spruch Nummer 1:

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Neuer Tatort spielt in ganz Franken

Bayernkarte mit Zielkreuz in Franken / Bild: BRIm neuen Franken-Tatort des Bayerischen Rundfunks wird überregional in ganz Franken ermittelt. Bei der „Mordkommission Franken“ landen Fälle aus Unter-, Mittel- und Oberfranken. Sie hat ihren Sitz in Nürnberg und kooperiert je nach Tatort mit der Rechtsmedizin in Würzburg oder in Erlangen. Sobald die Hauptdarsteller feststehen, wird der BR auch diese bekannt geben. Der Franken-Tatort wird im Frühjahr 2014 gedreht und kann Ende 2014 ausgestrahlt werden.

 Bettina Reitz, Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks:

„Die Drehbuchschreiber können beim Frankentatort aus dem Vollen schöpfen! Die neue Mordkommission wird frankenweit ermitteln. Die Vielfalt Frankens, der Charme der Regionen und die Unterschiedlichkeit der Charaktere bieten sehr viele Stoffideen und Erzählvarianten fĂĽr einen Krimi. Diese Vielfalt wird den neuen Franken-Tatort inspirieren. Ich freue mich sehr auf die interessanten und spannenden Krimi-Geschichten aus Franken.“

 Dr. Stephanie Heckner, Redaktionsleitung Reihen und Mehrteiler:

„Wir haben uns entschieden, in Franken eine ĂĽberregional ermittelnde Mordkommission einzusetzen. Diese wird in NĂĽrnberg angesiedelt. Dort gibt es tatsächlich Frankens einziges Fachkommissariat, das ausschlieĂźlich fĂĽr Tötungsdelikte zuständig ist. In der Realität beschränkt es sich auf das Stadtgebiet NĂĽrnberg. Unsere erdachte ‚Mordkommission Franken‘ ermittelt dagegen frankenweit. Dabei sitzt die Rechtsmedizin je nach Tatort entweder in Erlangen oder in WĂĽrzburg. Die Spuren werden in NĂĽrnberg ausgewertet. Wir starten mit unserem Ermittlerteam und einem ersten Fall in NĂĽrnberg, FĂĽrth und Umgebung. Im zweiten Franken-Tatort ermittelt die Mordkommission bereits in einer anderen Region.“

Und hier nochmal Stephanie Heckner im Interview:

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