Christian ZĂĽbert freut sich auf den Franken-Tatort

Foto: BR/Gerhard Blank

Christian ZĂĽbert / Foto: BR/Gerhard Blank

Christian ZĂĽbert ist ein Toller. Das sagen wir jetzt einfach mal so. Drehbuchautor („Vollidiot“, „Dampfnudelblues“) und Regisseur („Lammbock“) und manchmal sogar beides in Personalunion („Dreiviertelmond“). 2011 bekam ZĂĽbert gleich zwei Grimme-Preise – einen als Drehbuchautor von „Neue Vahr SĂĽd“, einen fĂĽr die Regie des Tatort „Nie wieder frei sein“. Der gebĂĽrtige WĂĽrzburger hat an der dortigen Uni studiert – sechs Semester lang. Zuletzt war sein Film „Hin und weg“ in den deutschen Kinos zu sehen – mit Florian David Fitz als todkranker Hauptfigur. Wir haben ihn gefragt, was er vom Franken-Tatort hält:

 

Der Franken-Tatort als Puzzle

Andreas Menn hat den ersten Franken-Tatort vor allen anderen gesehen – und zwar schon im Schnittraum. Er durfte aus den vielen einzelnen Aufnahmen wie bei einem Puzzle einen 90-MinĂĽter zusammenbauen, eine Stimmung kreieren und mit Max Färberböck das Endprodukt fertigstellen, das wir alle am 12. April 2015 im TV sehen werden.

Andreas Menn / Foto (c) Anneke Hymmen

Andreas Menn / Foto (c) Anneke Hymmen

Wie lange hast Du am Franken-Tatort gearbeitet?

Ich habe schon parallel zum Dreh mit dem Schnitt losgelegt und den größten Teil des gedrehten Materials schon einmal in Form gebracht, bevor Max und ich uns zum ersten Mal im Schneideraum getroffen haben. Und es war tatsächlich das aller erste Mal! Wir haben zwar vorher viel gesprochen, aber nun war ich schon ein bisschen nervös, ob ihm all die investierte Arbeit auch gefallen wĂĽrde. Ich bin nämlich nicht so gut darin, etwas mal eben ’schnell und grob‘ zu schneiden. Aber er konnte anscheinend was damit anfangen. Die andere Hälfte der Schnittzeit haben wir gemeinsam optimiert und komplettiert und optimiert. Insgesamt waren es 12 Wochen und ein paar angebrochene Tage, was ein bisschen länger ist als gewöhnlich. Ich hoffe, dass man es dem Film auch anmerkt!

Kannst (darfst) Du was zum Look verraten? Gibt es da Besonderheiten?

NĂĽrnberg und seine Umgebung spielen natĂĽrlich eine groĂźe Rolle dabei, wie der Franken-Tatort aussieht. Der Film konzentriert sich nicht gerade auf die idyllischen Orte der Stadt – da gibt es eigentlich viel zu entdecken. Im Laufe der Geschichte blicken wir zum Beispiel immer wieder durch die Augen des Mörders auf die Stadt. Nächtliche, einsame StraĂźen, das ist nicht immer schön. Zumal wir gar nicht wissen in wessen Kopf wir stecken!

Löchern Dich Freunde und Familie schon, worum es geht und wer der Mörder ist?

Die Hysterie hält sich in Grenzen. Aber man ist natürlich gespannt auf einen guten Krimi!

Hat man versucht Dich zu bestechen, damit Du was verrätst?

Leider nicht.

Wirst Du Dir den Franken-Tatort im TV ansehen oder hast Du ihn jetzt schon zu oft gesehen?

Soweit ich weiĂź, wird es eine VorfĂĽhrung in einem Kino in NĂĽrnberg geben – zeitgleich zur Fernsehausstrahlung. Da fahre ich gerne hin. SchlieĂźlich ist es immer aufschlussreich zu sehen, wie extrem sich ein Film verändert, wenn man ihn zusammen mit einem groĂźem Publikum schaut.

Bild: BR/Christian HartmannWas ist Max Färberböck für ein Regisseur, was für ein Mensch?

Max ist ein sehr aufmerksamer Regisseur mit genauen Vorstellungen, aber ebenso mit einer Offenheit für neue Einfälle und Ideen. Er ist mit einem hochfeinen Sensorium ausgestattet, das ihn mit Inspiration praktisch dauerbefeuert. Zusätzlich zieht er sich alles mögliche rein, was Theater, Kino, Literatur und Internet an Neuem und Interessantem zu bieten hat! Das ist schön für einen kreativen Schnittprozess, dafür dass man Dinge im Schneideraum nochmal ganz neu denken kann, Regeln bricht, Neues ausprobiert. Ich würde sagen, er ist ein Story-Junkie, mit einer Obsession für Schauspiel, der allerdings auch selber voller turbulenter, erlebter Geschichten steckt. Es kommt also nicht von ungefähr.

Was ist das Schönste an Deinem Beruf?

Letztlich versucht man eine Geschichte gut zu erzählen. Und jeder hat etwas dazu zu sagen! Diese ganze Kommunikation ist ein großer Spaß, man begegnet vielen interessanten Menschen. Für jemanden, der gar keine Vorstellung davon hat, was im Schneideraum passiert, würde ich es vergleichen mit der Suche danach, wie man einen Witz am besten erzählt. Ich empfinde es als Privileg meines Berufs, dass ich die Wirkung meiner Arbeit direkt überprüfen kann. Das hat Ähnlichkeit mit Musik Komponieren. Gleichzeitig hat Filmschnitt was von angewandter Wahrnehmungsforschung. Jede Sekunde zählt! Grundsätzlich kann ich sagen, dass mir meine Arbeit Spaß macht. Schön ist also schon mal, dass ich kein Motivationsproblem habe!

 

Interview mit Egersdörfer

In der Pegnitz-Zeitung ist ein interessantes Interview mit Matthias Egersdörfer veröffentlicht worden – Egersdörfer spielt im Franken-Tatort den Leiter der Spurensicherung, Michael Schatz. Im Interview – und auch am Drehort – zeigte der in FĂĽrth lebende Kabarettist, dass er nicht nur brĂĽllen kann, sondern auch mal ganz zahm sein kann. Hier könnt Ihr das ganze Interview lesen.

 

Katja, die Komparsin

Katja Heinz ist Polizistin, Mutter, Stadträtin und sie war Komparsin im ersten Franken-Tatort. Höchste Zeit, mit ihr über die berühmten 15 Minuten Ruhm zu sprechen!

Katja beim CastingKatja, wie schaffst Du das alles?
Langweilig wird mir nicht! Ich habe zwei Kinder, 13 und 9 Jahre alt, ich habe verschiedene Ehrenämter, leiste zur Zeit Teilzeitdienst bei der Polizei, bin CSU-Stadträtin in Obernburg und unter anderem die Jugendbeauftragte. Ich versuche, produktiv zu sein…

Im Franken-Tatort spielst Du eine Polizistin – im realen Leben bist Du es.
Ja, ich habe am 1. März 1990 meinen Polizeidienst in Bayern aufgenommen. Damals habe ich bei der IX. Hundertschaft in Würzburg angefangen, als eine der ersten Frauen in Bayern. Vorher gab es keine uniformierten Polizistinnen, manchmal muss man eben Vorreiterin sein. Im Stadtrat sind es von 20 Gewählten auch nur zwei Frauen.

Was machst Du bei der Polizei?
Ich arbeite in einer Ermittlungsgruppe in Zivil. Ich arbeite sowohl am Schreibtisch als auch draußen am Tatort – wir kümmern uns vor allem um Ein- bzw. Aufbrüche, Diebstähle, Betrug und Vermisstenangelegenheiten.

Dann kannst Du sicher einschätzen, wie realistisch der Tatort ist…
Der Tatort ist und bleibt ein realitätsnahes Schauspiel. Natürlich muss er spannend sein und nach 90 Minuten aufgeklärt – das schaffen wir in der Realität selten. Aber ich finde es immer kurzweilig und eben wirklich realitätsnah – da läuft auch manchmal etwas nicht so rund oder es gibt Problemfälle, und auch die Charaktere finde ich sehr passend, meist kein Tag, wie der andere, einer der spannendsten Berufe eben (neben dem Schauspiel – lach).

(c) Katja Frankentatort mit Matthias Egersdörfer und Fabian Hinrichs beim DrehSchaust Du also selber oft Tatort?
Ich bin eigentlich kein Couchpotatoe, aber am Sonntag Abend sitze ich mit meinem Mann auf der Couch, ja. Ich schaue eher weniger TV (auĂźer Sport, davon fast alles), aber TATORT ist ein MUSS, solange ich denken kann. Ich mag vor allem die MĂĽnchner, das sind die wahren Stars fĂĽr mich. Das sind Hammertypen und ich hoffe, dass das Team Leitmayr und Batic noch lange weiter machen wird.

Wie kam es dann dazu, dass Du selber Komparsin geworden bist?
Durch Zufall! Ich habe über Facebook vom Casting erfahren und einfach spontan mitgemacht. Hätte nicht damit gerechnet, dass es klappt! Ich habe dann eine Kripo-Beamtin gespielt, und es war echt eine Erfahrung. Ca. 13 Stunden haben wir im nachgebauten Polizeipräsidium gedreht für 2 Minuten Film. Alle waren total nett, Regisseur Max Färberböck hat mir sogar das Du angeboten und es war eine gute Atmosphäre am Set. Und eine Wahnsinnshitze mit all den Scheinwerfern auf engstem Raum. Dennoch hat es super viel Spaß gemacht und mein kompletter Freundes- und Bekanntenkreis sind schon ganz gespannt aufs Endprodukt.

Und jetzt eine typische Ermittlerfrage: Was machen Sie am 12. April 2015?
Ich werde natĂĽrlich den Tatort schauen! An dem Tag hat mein Sohn Kommunion, es ist also ohnehin ein besonderer Tag und die ganze Familie und Freunde werden da sein. Und wenn die Kinder dann im Bett sind, schauen wir alle zusammen den ersten Franken-Tatort.

 

Rainer Frankenthaler, der reine Franke

IMGP2004Der erste Franken-Tatort steht kurz vor der Ausstrahlung, der zweite ist so langsam in der Mache. Kein Wunder also, dass auch die ersten Bewerbungen schon eintrudeln – viel zu früh allerdings, denn es gibt noch nichtmal ein Drehbuch. Auf unserem Tisch landete aber auch die Bewerbung von Rainer Frankenthaler. Wir haben mit ihm gesprochen – den starken Hofer Dialekt müsst Ihr Euch bitte dazudenken.

Rainer, Du bewirbst Dich also fĂĽr den Franken-Tatort?
Ja, ich habe vor zwei Jahren über die Frankenpost erfahren, dass der Franken-Tatort gedreht werden soll, und seitdem möchte ich dabei sein. Ich habe ein Video gedreht, das habe ich aber nicht abgeschickt.

Wie kamst Du denn auf die Idee, Dich zu bewerben? Du hast doch keinerlei Schauspiel-Erfahrung, oder?
Mein bester Kumpel macht so Management-Geschichten für Celebrities, der meinte ich hätte Talent.

Und als was bewirbst Du Dich?
Na als Schauspieler natürlich. Ich will gerne den Täter spielen, ich habe auch schon mit der Waffe gearbeitet, das sieht man im Video.

Wäre auch die Rolle des Opfers etwas für Dich?
Nein, da hat man ja nichts zu reden. AuĂźer die Leiche lebt noch vorher. Oder es gibt einen RĂĽckblick oder so.

Du könntest auch der Tatortreiniger sein.
Ja, das wäre was für mich! Ich bin sehr akribisch und kann gut putzen.

Was ist denn Dein Ziel in der Schauspielerei?
Es gibt in der Welt viel Leid und Geklage, ich möchte die Leute aufmuntern. Und ihnen die fränkische Kultur näherbringen, Essen, Trinken und eine gewisse Zufriedenheit.

IMGP1737Siehst Du Ă„hnlichkeiten zu einem der Franken-Tatort-Schauspieler?
Also dieser eine, der den Kommissar Fleischer spielt, der kommt auch aus Hof. Der redet so wie ich.

Falls es mit dem Franken-Tatort nichts wird – wie geht’s dann weiter?
Also ich habe dem Herrn Tarantino (Anm. d. Red.: Hier ist es besonders schade, dass Ihr das „Darandino“ nicht hört!) einen Brief geschrieben, vielleicht wird es was mit Hollywood!

 

Die Spannung steigt

Die Schauspieler sind genauso gespannt wie wir auf den ersten Franken-Tatort „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“, der am 12. April 2015 ausgestrahlt wird. Wir haben beim Filmbrunch mit Fabian Hinrichs, Andreas Leopold Schadt und Eli Wasserscheid gesprochen sowie mit BR-Redakteurin Stephanie Heckner, die den Film schon gesehen hat – und zwar nicht nur ein Mal…

 

Der Franken-Tatort beim BR-Filmbrunch

Der Filmbrunch des Bayerischen Fernsehens ist ein wichtiges Ereignis fĂĽr die Fernsehschaffenden in Bayern – und natĂĽrlich waren auch die Franken-Tatort-Macher vor Ort im Literaturhaus MĂĽnchen. Unser Reporter Marc Neupert hat Promis zum Franken-Tatort befragt – und auch einige neue Szenen aus dem ersten Fall der Kommissare mitgebracht:

 

Matthias Egersdörfer im Interview

Heute Abend schon was vor? Wenn nicht, dann unbedingt um 19 Uhr Radio einschalten, und zwar Bayern 3! Bei „Mensch, Theile!“ ist nämlich Matthias Egersdörfer zu Gast, der dauergrummelige fränkische Kabarettist, der im ersten Franken-Tatort fĂĽr die Spurensicherung verpflichtet wurde.

matthias-egersdoerfer-114~_v-image256_-a42a29b6703dc477fd0848bc845b8be5c48c1667Die Kollegen schreiben: „Als Kabarettist ist der gebĂĽrtige NĂĽrnberger aber schon seit langem erfolgreich. Gerade hat sein neues Programm Premiere gefeiert, im Februar 2015 wird er mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Auch mit seiner „Boyband“ Fast zu FĂĽrth hat der 44-Jährige viele Fans.

Schon als Kind war Egersdörfer der beste Alleinunterhalter im Klassenzimmer. Mit der Schule selbst konnte er wenig anfangen. Erste Auftritte hatte er Mitte der 90er, sein erstes Soloprogramm dann 2004. Bei einer Kunstausstellung lernte er seine Frau kennen, die er trotz „Schlumpfschuhen und polizeigrüner Jacke“ am Ende begeistern konnte. „Wichtig im Leben ist sehr wenig: Dass man es warm hat, was zu essen und jemandem zum Knutschen.“

Mehr Lebensweisheiten wie gesagt um 19 Uhr bei Bayern 3 – und wer’s verpasst, der kann sich die Sendung später noch als Podcast anhören.

 

Eli Wasserscheid – ein Porträt

„Ich nehme da viel mit, fĂĽr alles was kommt“, sagt Eli Wasserscheid ĂĽber die Dreharbeiten mit Max Färberböck. Im ersten Franken-Tatort spielt die Bambergerin die Kommissarin Wanda Goldwasser. Auch beim zweiten Fall wird sie mit dabei sein – bis dahin steht sie aber erst einmal wieder auf der TheaterbĂĽhne.