Pressetermin kurz vor Ende der Dreharbeiten

Bevor am Freitag die Dreharbeiten enden, stellen sich die Schauspieler und das Produktionsteam noch mal den Fragen der Journalisten.

Kurz vor dem Pressetermin: die Schauspieler Dayan Kodua, Eli Wasserscheidt und Andreas Leopold Schadt.

Kurz vor dem Pressetermin: die Schauspieler Dayan Kodua, Eli Wasserscheidt und Andreas Leopold Schadt.

Interview mit einer "lebendigen" Leiche ‚Äď Dayan Kodua kommt im dritten Franken-Tatort auf tragische Weise ums Leben.

Interview mit einer „lebendigen“ Leiche ‚Äď Dayan Kodua kommt im dritten Franken-Tatort auf tragische Weise ums Leben.

Eli Wasserscheidt wie gewohnt vor der Kamera. In diesem Fall f√ľr einen Bericht in der Frankenschau Aktuell.

Eli Wasserscheidt wie gewohnt vor der Kamera. In diesem Fall f√ľr einen Bericht in der Frankenschau Aktuell.

Andreas Leopold Schadt beantwortet geduldig die Fragen zu seiner Rolle als Kommissar Fleischer.

Andreas Leopold Schadt beantwortet geduldig die Fragen zu seiner Rolle als Kommissar Fleischer.

Interview am Tatort.

Interview am original Tatort.

Die beiden Darsteller Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel stellen sich der Presse.

Die beiden Darsteller Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel stellen sich der Presse.

Darsteller vor Originalkulisse, Fabian Hinrichs, Yasin L Harrouk, Mohamed Issa, Dayan Kodua.

Darsteller vor Original-Kulisse: Fabian Hinrichs, Yasin El Harrouk, Mohamed Issa, Dayan Kodua.

Team Franken-Tatort

Team Franken-Tatort

Gruppenfoto - bitte lächeln

Gruppenfoto Рbitte lächeln

Interview f√ľr Beitrag in der Abendschau

Interview f√ľr den Beitrag in der Abendschau

Die verantwortliche Redakteurin Dr. Stephanie Heckner, Fabian Hinrichs, Dagmar Manzel, Regisseur Markus Imboden und die beiden Produzenten Martin Zimmermann und Christian Becker.

Die verantwortliche Redakteurin Dr. Stephanie Heckner, Fabian Hinrichs, Dagmar Manzel, Regisseur Markus Imboden und die beiden Produzenten Martin Zimmermann und Christian Becker.

 

 

 

 

„Am Ende geht man nackt“ – die Idee zum dritten Franken-Tatort

Redakteurin Stephanie Heckner zur Idee und Entstehungsgeschichte¬†des dritten Franken-Tatort ‚ÄěAm Ende geht man nackt‚Äú:

making of, von links: Dagmar Manzel als Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn, Fabian Hinrichs als Kriminalhauptkommissar Felix Voss und BR Redakteurin Dr. Stephanie Heckner

making of, von links: Dagmar Manzel als Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn, Fabian Hinrichs als Kriminalhauptkommissar Felix Voss und BR Redakteurin Dr. Stephanie Heckner

Als¬†mich der Autor¬†Holger Karsten Schmidt mit¬†dem Produzenten¬†Martin Zimmermann im November 2014 besuchte,¬†hatte¬†er¬†zwei Ideen f√ľr den Franken-Tatort im Gep√§ck: das Fl√ľchtlingsthema und IS-R√ľckkehrer. Beides hei√üe Eisen. Wir entschieden uns f√ľr das Fl√ľchtlingsthema,¬†und schon mit dem ersten Expos√© stand der Titel fest:

‚ÄěAm Ende geht man nackt‚Äú.

Zwischen Ende 2014 und heute haben wir bei der Entwicklung des Drehbuchs vielfach¬†Blut und Wasser¬†geschwitzt,¬†weil sich die Vorzeichen st√§ndig √§nderten, die Brisanz wuchs und die Herkunftsl√§nder der Fl√ľchtlinge ¬†wechselten. Unser¬†Stoff¬†ver√§nderte sich¬†immer¬†mit.¬† Die Fl√ľchtlingsunterkunft wandelte sich¬†vom Auffanglager mit Kleiderkammer in eine Gemeinschaftsunterkunft und fand ihren¬†Erz√§hlort und Drehort¬†schlie√ülich in Bamberg. Letzteres aus produktionslogistischen Gr√ľnden und weil¬†mit dem dritten¬†Film¬†nun definitiv Oberfranken¬†an der Reihe war.

Wir haben diesmal sehr viele Franken im Cast, dazu die Darsteller der Asylbewerber mit ganz unterschiedlichem Hintergrund: Sie stammen aus dem Irak, dem Iran, dem Libanon, aus Marokko, Palästina, Ghana oder Tunesien.  Eine der zentralen Figuren im Film, der syrische Kinderarzt Mohammed Amir, der in Kobane Verletzte operiert hat, bevor er von dort floh, sagt zu Felix Voss:

„Jeder, der meint, dass er einem Mann in Not nicht die Hand reichen mag, sollte da gewesen sein. Wenn wir uns nicht gegenseitig die Hand reichen… am Ende gehen wir, wie wir gekommen sind. Am Ende gehen wir nackt.“

Mir ist¬†pers√∂nlich und ganz grunds√§tzlich¬†nicht wohl dabei, dass¬†wir mit diesem Film einen Brandanschlag¬†auf eine Fl√ľchtlingsunterkunft¬†in Bamberg¬†inszenieren¬†und somit ein solches Verbrechen fiktiv in die Welt setzen, das so nie passieren d√ľrfte und dennoch real passiert.¬†Ich f√ľhle schon jetzt ein¬†Unwohlsein¬†vor¬†dem¬†Drehtag, an dem der Brandanschlag filmisch passiert.¬†Aber wenn wir mit dem Tatort ein Millionenpublikum erreichen und es vielleicht schaffen, einen Schulterschluss zu bilden unter denen, die gesellschaftlich offen denken, ohne blau√§ugig zu sein, und¬†dabei f√ľr einen Moment diejenigen zu einem Perspektivwechsel verf√ľhren, die √§ngstlich gegen√ľber Fremden sind, dann w√ľrde uns das freuen.¬†Der neue Franken-Tatort m√∂chte dazu ermuntern, in Menschen aus anderen Kulturen¬†eine Bereicherung zu sehen. Und er m√∂chte sich dem anschlie√üen, was die Mehrheit in Deutschland trotz aller rassistischen √Ąngste immer noch meint: dass¬†es Not tut, denen zu helfen, die in Not sind.

In¬†Felix Voss,¬†der¬†verdeckt in der Bamberger Fl√ľchtlingsunterkunft ermittelt,¬†sehe ich eine¬†Art Mittler f√ľr den Zuschauer. Jemanden, der dort N√§he findet und¬†dadurch Geschichten von den Menschen erf√§hrt, die aus Gegenden kommen, in denen¬†Gefahr zur Normalit√§t wurde.¬†Voss¬†steigt geistig √ľber den Zaun.¬†Und Paula Ringelhahn¬†ergreift angstfrei und unverbl√ľmt Partei.¬†Das sollten wir alle tun.