Alles über den Franken-Tatort

Dr. Stephanie Heckner, Bayerischer Rundfunk / Jürgen OlczykDer Franken-Tatort kommt. Aber recht viel mehr wissen wir alle noch nicht. Zeit, um Licht ins Dunkel zu bringen. Um Fragen aufzuklären, die unter den Nägeln brennen. Dr. Stephanie Heckner, Leiterin der Redaktion Reihen und Mehrteiler beim Bayerischen Rundfunk und somit die künftige Chefin vom München- und Franken-Tatort, hat uns Antworten geliefert.

Ersetzt der Franken-Tatort den Münchner Tatort, oder kommt er zusätzlich?

Der Münchner Tatort bleibt vom Franken-Tatort unangetastet. Wir sind froh, mit Batic & Leitmayr ein schon lang existierendes und bis heute extrem erfolgreiches und beliebtes Kommissarsteam zu haben. Dieses Team wollen wir mit guten Drehbüchern wie bisher auch weiter bedienen.

Wann wird der erste neue Franken-Tatort ausgestrahlt?

Unser Intendant Ulrich Wilhelm hat einen Franken-Tatort in etwa zwei Jahren versprochen. Zwei, drei Jahre bis zur Produktion und Ausstrahlung werden wir im besten Falle auch brauchen, je nachdem wie gut die Stoffentwicklung vorangeht. Drehbuchschreiben ist ja ein kreativer lebendiger Prozess. Das funktioniert nicht auf Knopfdruck wie in einer Schraubenfabrik. Zumal ja auch die wesentlichen Fragen der Charakterfindung für die durchgehenden Rollen, u.a. die Rollen der Kommissare, die Spielortefestlegung und das Casting der Hauptrollen beantwortet werden müssen, bevor die Drehbucharbeit konkret beginnen kann.

Weiß man schon, wo der neue Franken-Tatort spielen wird?

Nein, noch sind die Spielorte nicht festgelegt.

Wer werden die Kommissare sein?

Auch diese Frage  können wir leider noch nicht beantworten. Es wird in jedem Fall zwei Figuren geben. Wie die Charaktere beschaffen sind, darüber machen wir uns derzeit Gedanken. Parallel finden erste Überlegungen zur Besetzung der Hauptrollen statt.

Ab wann wird man in dieser Richtung (Ort und Darsteller) etwas erfahren?

Im nächsten Jahr sind wir da weiter.

Was passiert in der kommenden Zeit?

In der kommenden Zeit werden zwischen der Redaktion, einem Drehbuchautor und der zukünftigen Regie die Charaktere der durchgehenden Rollen erfunden, die Spielorte gesetzt und das Thema für den ersten Fall gesucht.

Wie sind dann die weiteren Schritte?

Sobald die durchgehenden Figuren als Charaktere gezeichnet sind, ist ein weiterer wichtiger nächster Schritt das konkrete Casting und die Gespräche mit den möglichen Darstellern. Erst wenn der Autor seine Hauptbesetzungen vor Augen hat, kann die Arbeit am Drehbuch ja richtig losgehen.

 

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  1. Mein Tipp: Laßt die Kommisare in einer (evtl. fiktiven), ÜBERREGIONAL TÄTIGEN SOKO arbeiten. Die kann theoretisch irgendwo beheimatet sein. Die Ermuttlungen können dann in ganz Franken stattfinden, sowohl in großen Städten, als auch auf dem Dorf. Stoffe, sowohl reale als auch fiktive, gibt es in Franken genug.

    Der Anfang des neuen Frankentatort: Ein Spaziergänger findet eine Leiche. Ist in den letzten paar Jahren oft genug passiert.
    Aktuelle Hintergründe für den Tatort: Rechtsradikale in Franken, Sekten in Franken, NSU-Morde, Russen-Mafia, Streit im Drogenmilieu, Streit im Rotlicht-Milieu etc.
    Vorteile dieser Hintergründe: Die Ermittlungen könnten sich auch in andere Regierungsbezirke erstrecken.

    • Was für reale Stoffe fallen Dir ein? Wir wollen die Kreativen derzeit nicht in ihrer Arbeit stören, aber wir können hier ja ein wenig rumspinnen…

  2. Ich war in dieser Woche mit unserem Kulturverein im Schulmuseum Schwarzenbach an der
    Saale und bestaunte die neu eingerichtete Ecke für unseren verstorbenen
    Ehrenbürger Theodor Schübel. Wie ja hinlänglich bekannt ist, war er ja auch
    ein bekannter Krimiautor. Beim “ Nachsitzen“ in der Kneipe haben wir dann
    auch das Thema Frankentatort ausgibig beackert:
    Theodor Schübel wäre dafür bestimmt ein guter Autor gewesen, was ja leider
    nicht mehr sein kann.
    Wir waren jedoch der Meinung, dass es ein Team von Ermittlern sein muß, dass
    die Charakteristik unser Bevölkerung treffen muß. Unser Frankenland ist von
    München aus nie bevorteilt worden, warum soll es nicht eine “
    Sonderkommission Franken “ geben, weil man nach Franken nicht so viel
    Personal geben kann, da ist ja eh´nichts los. Im Fernsehen kann man ja alles
    und hätte damit die Möglichkeit, alle Landstriche unseres schönen und
    vielfältigen Frankenlandes darstellen. Man könnte dabei auch die durchaus
    vorhandene Rivalität zwischen Ober- Mittel- und Unterfranken darstellen und
    nehmt bitte Leute, die ihren Dialekt beherschen und macht es nicht so, wie
    im Bamberger Reiter den unsereins kaum verstanden hat. Es gibt nämlich kein
    eingedeutschtes “ Fränkisch „. Viel Glück ………… und wenn ihr Hilfe
    braucht !?!?

  3. Schön, dass sich der Idee, dem Franken-Tatort mehrere Spielorte zu geben, einige Leute anschließen. Nachdem es ohnehin kaum (keine?) Produktionsfirmen in Franken gibt, müsste die ganze Logistik ja wahrscheinlich eh aus München kommen. Wenn die einmal nach Würzburg, Bamberg oder Bayreuth fahren, dass sollte sich doch machen lassen – sofern sich die Zuständigkeit der neuen Ermittler einigermaßen glaubhaft erklären lässt, oder?

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